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15 Jul

Nena Airoldi

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In den Werken von Nena Airoldi fällt uns als erstes die formelle Eleganz auf. 

Die Skulpturen sind mit ihren linearen Umrissen, mit ihren großen Oberflächen und Volumen, die sich ergänzen und harmonisch überschneiden oder treffen, wie Melodien. 

Doch dies ist nur der erste Eindruck.

Was Nena Airoldi uns vermitteln will erweist sich als profunde, wenn wir nach anfänglicher Faszinierung solch ausgefeilter Klarheit das Werk in seiner Tiefe betrachten. Denn dann offenbaren sich die Geheimnisse der Ähnlichkeiten und Metaphern. Eine humane, moralische Welt, die unserer Intuition durch eine visuelle und räumliche Empfindung begegnet. Zunächst ein Bild des menschlichen Lebens als dymamische Komposition und zwar als Synthese zwischen Gegensätzen, die eng miteinander verbunden sind. Sehr oft bestehen die Werke aus einer horizontalen Basis, auf der zwei gegensätzliche Elemente ruhen: zwei fast Muschelschalen, zwei Steinscheiben, eine aus hellem und eine aus dunklem Stein; ein Monolith aus rotem Granit, der dank eines Schnitts oder einer vertikalen Spitze zu zwei kontrastierenden Teilen wird. Und noch andere Kompositionen. Dann ein Bild vom Leben als ewiges Risiko, dominiert von ständiger Aufsicht, von einer feinen und intensiven Achtsamkeit, von einer inneren Kontrolle: die Gefahr in jedem Augenblick zu fallen. Doch diese Gefahr wird überwundenen und gelöst in der Darstellung eines beweglichen Gleichgewichts. Fest im Granit oder im Stahl verankert wird es  ein stabiles Gleichgewicht, eine Vehaltensweise, Selbstbeherrschung.

Dialektische Gegenüberstellungen; schwieriges und erobertes Gleichgewicht; zu einer Synthese gebrachte beherrschte Komplexität. Diese drei Eigenschaften der menschlichen Dynamik begegnen uns als erstes in Nina Airoldis Skulpturen. Andere Eigenschaften sind voraussehbarer, jedoch genauso notwendig. Die Festigkeit, die sicherlich vom Granit und dem Stahl erweckt wird. Die formale Eleganz ist das Ergebnis einer ständigen Disziplin, die sich in der glatt geschliffenen Bearbeitung mit perfekten Oberfächen ausdrückt. Das Licht, die Leuchtkraft.

Die Skulpturen von Nena Airoldi sind der Ausdruck einer scharfen Beobachtung und Stärke, Bangen und Bezähmen. Interesse für die menschliche Zerbrechlichkeit und für alles, was sich bewegt, Energie in sich vor den Dingen stellen, Sensibilität, Dankbarkeit fürs Dasein. Schöpfung und ihre Botschaft.

(aus der Einführung von Giuseppe Curonici)

 

Katalog: 10.- Fr. (in der Gemeindekanzlei erhältlich, solange der Vorrat reicht).

Additional Info

  • Anno: 2003
  • Data esposizione: 31.5 - 14.7.2003
  • Ordinamento: 1
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