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15 Jul

Die Pfarrei von Agno

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Agno, das Untere Malcantone und die Valle del Vedeggio befanden sich auf der wichtigen Strada Regina (oder Francesca), einer alten Straße, die Mailand durch das Valgannatal mit den Alpenpässen vereinte. Wenn man ihre Lage am Kopfe eines Armes des Lago Ceresio hinzufügt, einer weiteren wichtigen Transitstrecke, versteht man gut die Bedeutung der Gegend in römischer Zeit. Sie wird von archeologischen Funden vor allem zwischen Agno und Bioggio bezeugt. 

Die Pfarrei von Agno entsteht nach der Verbreitung des Christentums, am Ende der Römerzeit, zwischen Mailand-Como-Riva San Vitale. 

Als der römische Gouverneur Ambrosius zum Bishof von Mailand ernannt wurde (374-397), bekam die Evangelisierung der Lombardei und der südlichen Alpentäler einen straken Antrieb. Wahrscheinlich wurde zu Beginn des Mittelalters in Agno die erste Kirche unserer Region gegründet. Sie wurde zum Mittelpunkt einer weiten, ländlichen Gemeinde, zur Pfarrei des ganzen rechten Ufers des Vedeggio, von Muzzano, der Collina d’Oro, dem Malcantone und dem Tal von Marchirolo.

Das älteste schriftliche Zeugnis ist vom 30. Januar 735. Ein gewisser Lazzaro in Campione verfasste in fränkischer Schrift, ein Dokument, in dem er sich zum Priester der Basilika S. Giovanni «Aniasce», heute Agno, ernennt.

Die vielleicht von Ambrosius gegründete Pfarrei kam wahrscheinlich zu Beginn des 2. Jahrtausend unter die Gerichtbarkeit des Bishofs von Como. Vom Kapitel der Pfarrei wird in einem Dokument aus dem Jahre 1192 gesprochen. Der ertste bekannte Probst war Guglielmo da Marchirolo (1288). Eine alte Quelle über die Größe der Pfarrei (von Bironico bis Marchirolo) ist die  «pergamena di Sessa» (1352). Es hilft vielleicht auch, daran zu erinnern, dass nach dem Jahre 1000 die Pfarrei nunmehr nicht nur ein kirchlicher Bezirk, sondern die Vereinigung von Gemeinden oder Nachbarorten war. Sie spielte eine wirtschaftliche, wie auch zivile Rolle mit einem Pfarreirat, mit Konsulen oder Gemeindevorsitzenden mit einem festen  Mandat. Der Pfarreirat wählte seine Vertreter aus dem Regentschaftsrat der Gemeinden desLuganotals oder der vier Pfarreien von Lugano, Agno, Capriasca und Riva S. Vitale. Außerdem gab es den Generalkongress der Gemeinde Lugano, der aus den Konsulen der einzelnen Gemeinden bestand. Sie trafen sich normalerweise einmal im Jahr in Sorengo oder Loreto, um sich um viele verschiedene Dinge zu kümmern, wie die Einführung von Getreidearten, Salz, Zollsätzen,  Maßnahmen gegen die Pestilenzen, Schätzungen, Steuern, Unterstützung für religiöse Einrichtungen, Ehrungen für die regierenden Feldherren, Brücken, Straßen, Post, Jagd, Fischerei und so weiter. Die 1803 von Napoleon eingeführte Mediation nahm den Pfarreien jede politische Macht.

 

Katalog: 10.- Fr. (in der Gemeindekanzlei erhältlich, solange der Vorrat reicht).

Additional Info

  • Anno: 2003
  • Data esposizione: 10.3 - 27.4.2003
  • Ordinamento: 2
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