Developed in conjunction with Ext-Joom.com

15 Jul

Suworow in der italienischen Schweiz: Zeugnisse von Zeitgenossen

Rate this item
(0 votes)
TPL_POSTED_BY

Der Durchzug des Heeres von Suworow durch Ponte Tresa vor zweihundert Jahren, verbunden mit den Zerstörungen, den Beschlagnahmungen, Plünderungen und der folgenden furchtbaren Hungersnot gehört zu den bedrückendsten Erinnerungen, die von Generation zu Generation der Bewohner des Unteren Malcantone sowie des Agnotals weitergegeben wurden.

Am 15. September 1799 überschritt Suworow's Heer die Brücke über die Tresa in Richtung St. Gotthard und Zürich, wo er die Armee von Massena angreifen wollte. In Zürich kam er jedoch nie an, denn die Franzosen zwangen ihn zum Rückzug, der sich mühsam über unwegsamste Pässe in Schwyz, Glarus und Graubünden wand. Er war mit 22.000 Soldaten in die Schweiz einmarschiert und verließ sie mit 10.000 Männern, die ihn, selbst am Ende ihrer Kräfte, zurück nach Russland begleiteten. Dort erlitt der Feldmarschall von zwei Kaiserreichen, Prinz von Italien und oberster Heerführer Demütigung und Tod. 

Die Ausstellung benutzt als Titel einen Dialektsatz aus dem Tagebuch des damaligen Pfarrers von Marchirolo, Don Tomaso Stella und möchte den Erinnerungen anlässlich des Jahrestags nichts hinzufügen, die merkwürdigerweise jenen Suworow sehr feiern, der während seiner Karriere verantwortlich für blutige Gemetzel war und während seines kurzen Aufenthalts im heutigen Tessin eine harte militärische Besetzung durchführte. Sie soll an die Tage erinnern, die für unsere Vorfahren (seien sie für Franzosen oder Russisch-Östereicher gewesen) in besonderem Maße bedrückend waren. Denn sie bestanden aus Beschlagnahmung, Übergriff, Gewalttätigkeit und Angst.

Im Museo Plebano von Agno sollen Dokumente, Bilder und Gegenstände aus jener Zeit dem heutigen Besucher einen Eindruck über das, was vor zweihundert Jahren passierte, vermitteln. Vor allem, wie der russische General und sein Heer von seinen Zeitgenossen gesehen wurden.

Es fehlt nicht an Gegenständen, die das Weiterbestehen des Mythos Suworow dokumentieren.

In Ponte Tresa werden die Ergebnisse der Untersuchung des Pfarrers Don Dario Palmisano vorgestellt. Sie schildern die Beschlagnahmungen der Truppen des Prinzen von Rohan, die ab Mai die Plünderung der Franzosen, die zwischenzeitlich auf der Flucht waren, durchführten und so den Boden für Suworow's Heer vorbereiteten. Die “Ponte Tresa 1799” titulierte Untersuchung gibt eine lebendige und interessante Schilderung jener Gemeinschaft.

 

Die Ausstellung wurde in Zusamenarbeit mit dem Museo del Malcantone konzipiert.

 

Additional Info

  • Anno: 1999
  • Data esposizione: 19.9 - 31.10.1999
Read 1061 times Last modified on Montag, 18 August 2014 15:44